Donnerstag, 23. Juli 2015

St. Kilian-Bildstock in Trennfeld renoviert und eingesegnet


Dazu hat uns Stefanie Engelhardt, Triefenstein-Trennfeld freundlicherweise Text + Bild für dieses Posting zur Verfügung gestellt. Besten Dank, Stefanie! 


Am 21. Juni 2015 wurde in Trennfeld der St. Kilian-Bildstock nach Renovierung gesegnet, der von Kilian Martin am 31. Mai 1727 errichtet wurde. Kilian Martin verstarb zwar bereits am 23. Februar 1727 am Tag seines 70. Geburtstags, doch er hatte vermutlich diesen Bildstock aus Dankbarkeit für ein erfülltes Leben an seinen Schöpfer noch selbst in Auftrag gegeben.

Burkard Kuhn (Trennfeld), informierte bei der Segnung des Bildstockes über die Familie Martin und die Entstehung dieses Memorials, das dem Verfall geweiht war. Der Obst- und Gartenbauverein Trennfeld hat sich der Sanierung angenommen und den Bildstock mit Hilfe von Spendern und dem Architekten Willi Müller vor der Zerstörung gerettet.

Die Segnung, die Sophia Nolte im Rahmen einer Wortgottesfeier vornahm,  wurde von sehr vielen Trennfeldern und Ehrengästen, sowie Spendern, aufmerksam verfolgt. Helmuth Reiter, Vors. des Obst- und Gartenbauvereins, zeigte sich hoch erfreut, dass dieses Vorhaben, den Gedenkstein, den Bildstock zu retten, gelungen ist.


Bildstocksegnung des Kilian Martin-Bildstocks am 21. Juni 2015  Foto: Stefanie Engelhardt


Mehr über die Geschichte des Bildstocks und die Familie der Martins
Burkard Kuhn referierte über die Familie Martin und den Bildstock: Er berichtete, dass es in Unterfranken nur zwei Denkmäler gibt, die dem Frankenapostel St. Kilian gewidmet sind. Aus der Innschrift des Bildstocks geht hervor, dass Kilian Martin und seine Frau Susanna „zu Ehren Gottes und seines Namenspatrons, des Hl Kilian diesen Bildstock hat errichten lassen“.






Da die Herstellungskosten für einen solchen Bildstock nicht leicht aufzubringen waren, geht Burkard Kuhn davon aus, dass das Stifterehepaar wohl über einen gewissen Wohlstand verfügte.

Kilian Martins Vater Johann wurde als Sohn des dortigen Schultheißen Johann Martin von Helmstadt 1625 dort geboren. Er erlebte also in seinen Kindes- und Jugendjahren die Schrecken des 30-jährigen Kriegs. 1625 ging Johann Martin Junior, die Ehe mit Anna, der Tochter des Trennfelder Schultheißen Georg Winkler ein. So kamen die Martins von Helmstadt nach Trennfeld. Die Söhne dieses Johann Martin sind heute die Stammväter der Martins-Sippe in Trennfeld. Von hier aus gehen auch Martin-Linien in die Orte Esselbach, Homburg, Erlenbach und Rettersheim.


Die Martin-Familie war in Trennfeld von je her sehr geachtet. Fünf Bürgermeister in Trennfeld waren Martin-Nachkommen. Der letzte Trennfelder Martin-Bürgermeister war Markus Martin in der Zeit von 1912 – 1935. Der Bürgermeister von Helmstadt heißt heute auch Martin und ist aus der Martin-Stammfamilie. Viele Martin-Nachkommen übernahmen auch geachtete Ehrenämter wie Zentschöffen oder Mitglieder des Dorf- und Feldgerichts. Sie alle werden in schriftlichen Erwähnungen mit „achtbare“  und „ehrbare“  bezeichnet.

Burkard Kuhn informierte weiter, dass der Bildstock-Stifter Kilian Martin als drittes Kind von Johann und Anna Martin am 23. Februar 1657 in Trennfeld geboren wurde.

Der Bildstock hat einen wuchtigen Sockel, der einen Tisch trägt. Dieser wird in Trennfeld bei Prozessionen als Altar genutzt und an Fronleichnam von Gerda und Max Endres wunderbar geschmückt.